Sitzsack – Der Sessel, der sich Ihrem Körper anpasst

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Autor: Andreas, Möbelexperte

Sitzsack

Die Art, wie wir wohnen, verändert sich ständig. Neben mehr Bequemlichkeit legen wir heute großen Wert auf Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Räume und vor allem der Möbel. Eine vergleichsweise neue, aber genau in unser heutiges Lebensbild passende Erfindung ist der Sitzsack. Entdecken Sie mit uns diese äußerlich zunächst unscheinbare und nur entfernt an klassische Möbelstücke erinnernde Sitzgelegenheit. Sie werden von ihrer Vielseitigkeit und ihrem Facettenreichtum überrascht sein!

Der Sitzsack – Was ist das?

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich beim einem Sitzsack in erster Linie um einen weichen Sack, der zu unterschiedlichsten Formen des Sitzens genutzt werden kann. Damit unterscheidet er sich ganz klar von jeder anderen Form an Sitzmöbel, die in unseren Wohnungen anzutreffen ist. Denn Stühle, Sofas und andere Sitzgelegenheiten taugen meist nur zu einer oder höchstens einer kleinen Gruppe ähnlicher Sitzhaltungen. Ein Sitzsack ermöglicht Ihnen dagegen unzählige unterschiedliche Sitz- und Liegepositionen. Durch die Reduzierung des Designs auf eine allgemeine, wenig spezifizierte Form durchbricht ein Sitzsack das konventionelle Verständnis von Möbeln und bietet Ihnen durch Vielseitigkeit und Flexibilität die Chance eines klaren Schrittes in Richtung Flexibilität, Vielseitigkeit und Bequemlichkeit.

Vorteile Sitzsack

  • Bequem
  • Für ein Sitzmöbel günstig
  • Lockert den Wohnraum auf
  • Passt sich dem Körper an

Nachteile Sitzsack

  • Keine direkte Unterstützung der Lendenwirbelsäule

Unterschiedliche Typen an Sitzsäcken

Nun gibt es trotz der schlichten Form nicht nur den einen Sitzsack. Stattdessen haben sich unterschiedliche Typen herausgebildet, die allesamt die sackähnliche Form und die allgemeinen Aspekte zu Hülle und Füllung eint, die jedoch durch ganz eigene Besonderheiten auf sich Aufmerksam machen. So haben Sie als Nutzer die Gelegenheit, für genau Ihren Bedarf die richtige auszuwählen.

Das Bodenkissen

Besonders flache Sitzsäcke ähneln eher einem Sitzkissen, als einem echten Sitzsack. Diese Abweichung von der „Norm“ macht ihn zu einem Mittelstück zwischen echtem Sitzsack und klassischem Sitzkissen. Ein solches Modell bietet vor allem die Möglichkeit, sich damit in vergleichsweise aufrechter Haltung auf den Boden zusetzen, zum Beispiel bei Spielkreisen, oder vor dem Fernseher. Sein großer Vorteil ist, dass Sie ihn wegen der geringen Füllung platzsparend unter dem Sofa, oder im Schrank verschwinden lassen können.

Der Hocker

Eine weitere Sonderform des Sitzsackes mag Sie am ehesten an eine Art textiler Hocker erinnern. Dabei handelt es sich um eher kleinformatige, dafür sehr prall gefüllte Sitzgelegenheiten. So eignet sich das Kissen vor allem dazu, in aufrechter Position in Art und Weise eines Hockers, Schemels oder auch niedrigen Stuhls genutzt zu werden. Obwohl der dauerhafte Komfort hier nicht dem anderer Sitzsäcke entspricht, haben Sie doch eine gute Möglichkeit, eine Alternative zum klassischen Hocker vorzuhalten.

Sitzsäcke mit Rückenlehne

Ob beim Lesen eines Buches oder vor dem Fernsehgerät – immer wieder kann es sein, dass Sie beim Sitzen eine aufrechtere Sitzposition wünschen, als es ein „normaler“ Sitzsack auf Dauer ermöglicht. Abhilfe versprechen Modelle mit Lehne. Hier kann meist durch Bänder oder Gurte ein definierter Knick erzeugt werden, so dass ein Teil des Sitzsackes die Aufgabe der Lehne übernimmt. Werden die Bänder gelöst, erhalten Sie Ihren klassischen, flexiblen Sack zurück.

Der Sitzsack in Tropfenform

Neben den Gurten können aber auch andere Maßnahmen dazu beitragen, dem Sitzsack eine bestimmte Form zu verleihen. So wie Kleidungsstücke durch einen bestimmten Schnitt eine bewusst enganliegende oder auch besonders lockere Form entwickeln können, können auch Sitzsäcke in ihrer Form und dem daraus folgenden Sitzkomfort variiert werden.

Stellen Sie sich einmal einen tropfenförmigen Zuschnitt vor, wobei der runde Bauch des Tropfens unten und der spitze Hals oben positioniert sind. Setzen Sie sich in den fülligen Bauch des Sackes, wird ein Teil der Füllung in die zulaufende Spitze gepresst. In der Folge bildet sich dort eine stabile Stütze für Kopf und Nacken, während die „Sitzfläche“ weiterhin weich und anschmiegsam erhalten wird. So bieten tropfenförmige Sitzsäcke eine echte Alternative zu aufwändigen Konstruktionen für mehr Halt im Kopfbereich.

Der Kindersitzsack

Kinder sind kleiner und verfügen über andere Körperproportionen, als es bei Erwachsenen der Fall ist. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, finden Sie viele Sitzsackmodelle, die speziell auf Kinder angepasst sind. Setzt sich ein Kind in einen Sack für erwachsene Körperproportionen, wird es darin versinken und auf Grund der zu geringen Körpermasse nur schwer eine stabile Sitzposition erreichen. Anders bei einem Kindersitzsack. Hier führen die angepassten Dimensionen zu einer raschen Stabilisierung des Sitzens, ohne dabei die gewünschte und von Sitzsäcken weithin bekannte Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zu verlieren.

Multifunktionale Sitzsäcke

Zuletzt bleibt „der Sitzsack“, also ein universelles Modell ohne spezielle Anpassungen oder Veränderungen als das Universalmodell schlechthin. Meist Rechteckig oder oval geschnitten, bietet er durch eine der Größe angemessene Füllung vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Ob als Sitz, Liegefläche oder sogar temporärer Bettersatz vermag er, dem menschlichen Körper in nahezu jeder Position den erforderlichen Halt zu geben.

Das Modell Fatboy – der Dauerbrenner unter den Sitzsäcken

Einer der bekanntesten und darüber hinaus langjährig etablierten Modelle eines Sitzsacks ist der Fatboy. Er steht für alles, was Ihnen bei dem Wort Sitzsack durch den Kopf geht: ein großes Volumen, modernes Design und eine üppige, vielseitig nutzbare Liege- bzw. Sitzfläche. Wie das Tempo für Taschentücher im Allgemeinen steht, so hat sich der Fatboy heute als Inbegriff es Sitzsackes schlechthin in den Köpfen begeisterter Sacksitzer etabliert.

Fatboy Sitzsack

Fatboy Sitzsack – Allgemeines und Design

Der ursprüngliche Fatboy war großzügig dimensioniert und ganz klar für die Verwendung durch eine oder zwei erwachsene Personen bestimmt. Heute bietet die Produktpalette aber auch Kindersäcke, Sitzsäcke mit Lehne und sogar Hundesitzsäcke. Das Design hält sich in der Formgebung klassisch viereckig und setzt hier gezielt schlichte bis modern auffällige Stoffe entgegen.

Varianten der Hülle – für vielseitige Verwendbarkeit

Im Laufe der Zeit wuchs der Fatboy zu einer echten Fatboy-Familie. Ausgezeichnet durch unterschiedliche Hüllstoffe, existieren heute Varianten für den Außenbereich, Modelle mit Naturfaserhülle, oder aber besonders edle Versionen mit kuschelweichen Samtoberflächen.

Die Füllung des Fatboy

Bei der Füllung der unterschiedlichen Modelle finden Sie in der Fatboy-Familie durchgehend EPS (Styropor) als etablierten und bewährten Füllstoff. Nachfüllpacks und Austauschfüllungen erlauben Ihnen außerdem, den Inhalt Ihres Sacks beliebig anzupassen, bei Bedarf zu ergänzen oder aber vollständig auszutauschen.

Die Produktfamilie

Von der Firma Fatboy existieren heute viele weitere Produkttypen, die den Begriff des Sitzsackes ausweiten und Grenzen zwischen Sack und anderem Möbel gekonnt aufbrechen. So lassen sich neue Nutzungsformen erschließen und die klare Abgrenzung von jungem, hippem Styleobjekt und etabliertem Möbelstück auflösen.

Material und Füllung von Sitzsäcken

Nun lässt sich der Sitzsack natürlich nicht nur hinsichtlich seiner Nutzung und Formgebung betrachten und unterteilen. Auch aus „technischem“ Blickwinkel können Sie zahlreiche Unterschiede und Varianten feststellen. Dabei geht es keinesfalls um eine Bewertung als besser oder schlechter, sondern vielmehr um Anpassungen, die das eine oder andere Modell für diese oder jede Verwendung besser oder auch weniger gut geeignet erscheinen lassen.

Das Obermaterial

Am auffälligsten dürften Unterschiede sicherlich beim Obermaterial sein. Denn das Obermaterial bildet üblicherweise den eigentlichen Sack und wird zudem von Nutzern und Betrachtern als erstes wahrgenommen. Dieses Material trägt also wesentlich zum ersten Eindruck des Sitzsacks bei. Wichtig sind dabei nicht nur die Optik, sondern auch die Haptik also Textur, Härte und Beschaffenheit des Stoffes, sowie die allgemeinen Eigenschaften.

Am weitesten verbreitet dürften wohl Obermaterialien aus Kunstfaser sein. Diese Textilien sind widerstandsfähig, unempfindlich und nahezu beliebig zu gestalten. Für besondere Verwendungen, wie etwa einer Tauglichkeit für die dauerhafte Verwendung im Außenbereich, lassen sich Kunstfasern sogar problemlos wasserdicht und abwaschbar gestalten.

Microfaser dagegen schafft es, die vorteilhaften technischen Eigenschaften mit einer stark schmutzabweisenden Oberfläche und darüber hinaus auch einer angenehmen Haptik der Fasern zu kombinieren.
Klassische Naturfasern finden heute ebenfalls ihren Weg zu den Sitzsäcken. Allen voran Baumwolle kombiniert eine angenehme Griffigkeit mit einer hohen Abriebfestigkeit und Stabilität. Andere Naturmaterialien, wie etwa Wolle, Leinen oder Seide, sind dagegen nur bedingt geeignet und sind daher nur bei individuellen Fertigungen zu finden.

Zu Plüsch verarbeitete Fasern, ob natürlichen oder synthetischen Ursprungs, erzeugen für Sie eine besonders weiche und angenehme Oberfläche. Allerdings steigert Plüsch auch die Anfälligkeit für Verschmutzungen und Flecken.
Wollen Sie die Vorzüge unterschiedlicher Materialien in Anspruch nehmen, bietet sich noch eine weitere Möglichkeit. Eine Materialkombination aus einem Sack aus Kunstfaser mit einem Überzug aus Naturmaterialien bietet Ihnen eine hohe Dauerhaftigkeit, verbunden mit einer natürlichen Optik, die zum Waschen in Form eines Bezugs jederzeit abgenommen werden kann.

Die Füllung

Damit aus dem Sack überhaupt ein Sitzsack werden kann, ist neben der Hülle auch eine Füllung erforderlich. Das gängige und in nahezu allen Säcken anzutreffende Füllmaterial sind Kügelchen aus Polystyrol. Dieser Kunststoff ist weit verbreitet und wird unter Anwendung chemischer Prozesse aufgeschäumt. Die so entstehenden Kugeln sind, in Masse eingebracht, belastbar, formstabil und unempfindlich gegen Wärme, Kälte und Feuchtigkeit. Sicherlich ist Ihnen der weit geläufigere Handelsname dieses Werkstoffes bekannt: Styropor.

Neben Styroporkügelchen sind auch andere Granulate verwendbar, jedoch handelt es sich dabei wegen der vorteilhaften Eigenschaften und des geringen Gewichts in aller Regel um andere, dem Polystyrol vergleichbare Kunststoffe.
Naturmaterialien scheiden häufig wegen ihrer geringen Dauerhaftigkeit aus. So neigen Kork, Kautschuk und andere Ersatzstoffe auf Dauer zu Verformungen und anderen Veränderungen, wenn Sie durch das Sitzen im Sitzsack immer wieder Druck, Körperwärme und Feuchtigkeit an den Sack abgeben.

Häufige Fragen zum Sitzsack

Nachdem Sie nun alles Wesentliche über Sitzsäcke wissen, wenden wir uns einem anderen Thema zu. Immer wieder treten bei den Überlegungen zum Kauf, oder auch bei der Nutzung Fragen auf, die sich mit dem Grundwissen über Sitzsäcke nicht ohne weiteres beantworten lassen:

Wie hoch ist der Sitzkomfort eines Sitzsackes?

Ob ein Sitzsatz bequem ist oder nicht, können letztlich nur Sie selbst als Nutzer entscheiden. Objektiv aussagen lässt sich allerdings, dass kein anderes Sitzmöbel so gut in der Lage ist, sich der Körperform anzupassen, wie es bei Sitzsäcken der Fall ist. Durch die Verwendung der Kugeln als Füllmaterial sind Ecken und Kanten von vorn herein ausgeschlossen. Ist die Füllung des Sacks auf das Volumen der Hülle abgestimmt, ist der Sack trotzdem in der Lage, Ihnen in der gewünschten Sitzposition ein hohes Maß an Halt und Unterstützung zu bieten.

Probleme können dagegen dann auftreten, wenn zu wenig Füllmaterial eingebracht wurde. Dann kann sich die Füllung übermäßig stark verschieben, so dass es Ihnen schwerfallen wird, eine bequeme und entspannte Sitzposition zu finden.

Ist ein Sitzsack waschbar?

Ob ein Sitzsack waschbar ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Eigenschaften hängen stark davon ab, für welche Materialien Sie sich entschieden haben. Je nach Materialwahl kann der Bezug vollständig waschbar, nur abwischbar (also keine Maschinenwäsche), oder zur Wäsche vollständig ungeeignet sein. Besonders problematisch zum Thema Waschbarkeit ist allerdings der Füllstoff. Polystyrol ist zwar gegenüber sporadisch auftretender Feuchtigkeit unempfindlich. Ein vollflächiger Wasserkontakt durch eine Wäsche ist dagegen zu vermeiden. Da die Feuchtigkeit nur bedingt wieder aus der Füllung abgegeben werden kann, verbleibt sie übermäßig lang im Sack und kann die Styroporkugeln zum Schimmeln oder gar Verrotten bringen.

Sollte ein Sitzsack einmal gewaschen werden, denken Sie daher unbedingt daran, die Füllung vor der Wäsche zu entnehmen! Besonders zielführend bei häufigeren Wäschen ist außerdem eine Kombination aus Sack und Überzug. So kann der Sack ohne Aufwand belassen werden, während der Überzug getrennt vom eigentlichen Sack gereinigt werden kann.

Wie rückenschohnend ist das Sitzen im Sack?

Der eigentliche Aufenthalt in einer sitzenden oder auch liegenden gemütlichen Position im Sitzsack kann als sehr bequem bezeichnet werden. Durch die flexible Anpassung des Sacks an Ihre Körperform werden keinerlei unerwünschte Haltungen erzwungen. Andererseits ist das sackartige Sitzmöbel auch kaum in der Lage, eine gewollte Unterstützung, beispielsweise der Lendenwirbel, zu bieten. Besonders kritisch dürfe außerdem das Ein- und Aussteigen in und aus dem Sack sein. Denn hier fehlt natürlich ebenfalls die Unterstützung, da das Sitzpolster ja gezielt auf Beweglichkeit und Flexibilität ausgerichtet ist.

Sollten Sie zur Verwendung mit Rücken- oder Bandscheibenproblemen Bedenken haben, reden Sie vor dem Kauf oder der Nutzung unbedingt mit ihrem Arzt oder Physiotherapeuten. Er kann Ihnen allgemeine Informationen zur Verwendung des Sitzsackes, sowie zur richtigen Sitzposition geben und Sie bei der Auswahl des richtigen Modelles unterstützen.

Was tun, wenn die Füllung des Sitzsackes verschwindet?

Im Laufe der Zeit kann es passieren, dass die Füllmenge des Sitzsackes schwindet. Entweder schaffen im Laufe der Zeit Kugeln den Weg durch Nähte oder gar Löcher, oder aber die Gesamtfüllmasse wird durch die wiederkehrende Belastung Ihrer Nutzung komprimiert. Abhelfen können Sie ganz einfach durch das Nachfüllen mit geeigneten Kugeln. Wichtig ist dabei, dass Sie den selben Kugeldurchmesser wählen, wie bereits im Sack eingebracht ist. Andernfalls kann es sein, dass Sie die Eigenschaften Ihres Sitzsackes ungewollt verändern.